Wendepunkt Bildung: Entwicklung der Integrationspraxis

Mit dem «Manifest für einen bildungswirksamen Unterricht» fordert die Gruppe «Wendepunkt Bildung» eine mutige Kurskorrektur – mit wenigen, dafür entscheidenden Kernanliegen:

  • Verantwortung gegenüber den Kindern
  • Stärkung der Lehrpersonen
  • Praxisnahe Ausbildung der Lehrerschaft
  • Weniger ist mehr – hinsichtlich Beziehungen
  • Weniger ist mehr – hinsichtlich Inhalte
  • Führung statt Verwaltung – Schulleitungen entlasten


Die Persönlichkeiten hinter dem Manifest stammen aus der Berufspraxis (Lehrpersonen und Schulleitung), der Bildungs- und Erziehungswissenschaft, der Kinder- und Jugendpsychologie, der Politik – und sie treten überparteilich und überkantonal auf.

Nach jahrzehntelangen Grossreformen zeigt die Gruppe auf, welche gravierenden Schwächen und Fehlentwicklungen sie im bestehenden Schulsystem orten und welche konkreten Veränderungen sie fordern – Roland Stark stellt die integrative Schule auf den Prüfstand:


1. Die Integrative Schule hat auf der ganzen Linie versagt

Sie überfordert alle Beteiligten (Schüler, Lehrer, Eltern), bremst die leistungsstarken Schüler, benachteiligt die schwachen und hat mit dazu beigetragen, dass der Output unserer Schulen – insbesondere bei den Grundkompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen – auf tiefem Niveau stagniert. Nur die Bildungsbürokratie blüht auf.


2. Eine wissenschaftlich fundierte Begründung fehlt

Der Integrativen Schule, die angeblich eine Forderung der UN-Konvention von Salamanca (1994) erfüllt, fehlt eine wissenschaftlich fundierte pädagogische Begründung. Sie ist vor allem ein ideologisches Projekt, das sich in der Folge fast vollständig von der Realität an der schulischen Front abgekoppelt hat.


3. Geförderte Schulentwicklung unabdingbar

Verhaltensauffälligen, lerngestörten, sozial, sprachlich und kulturell noch nicht integrierten Kindern muss eine besonders geförderte Schulentwicklung angeboten werden.


4. Keine Verbesserung, sondern Bürokratie

Die integrative Schule mit der weitgehenden Abschaffung der separaten Klassen hat als Konsequenz nicht zu einer Verbesserung des Förderangebots für schwächere Kinder und Jugendliche geführt, sondern vor allem zu einer Vermehrung des bürokratischen Aufwandes für die unterrichtenden und beurteilenden Personen.


5. Verzettelung führt zu Unruhe

Die Verzettelung des Unterrichts durch eine Vielzahl von Programmen und Angeboten bringt für ohnehin konzentrationsschwache Schüler zusätzliche Unruhe. Den Kindern fehlt dadurch eine stabile und vertraute Lernumgebung, wie sie ihnen in den als integrationsfeindlich denunzierten Kleinklassen gewährt wurde.


Kurzporträt Roland Stark
Roland Stark ist Lehrer sowie diplomierter Heilpädagoge und war 42 Jahre lang Kleinklassenlehrer in den Kantonen Baselstadt und Baselland. Politisch war Stark als Partei- und Fraktionspräsident der SP Basel-Stadt engagiert sowie als Verfassungs- und Grossratspräsident.


Gruppe «Wendepunkt Bildung»

In der Gruppe «Wendepunkt Bildung» engagieren sich Dr. phil. Carl Bossard, Yasmine Bourgeois, Prof. Dr. phil. Allan Guggenbühl, Dr. phil. Beat Kissling, Philipp Loretz, Res Schmid, Christine Staehelin M.A. und Roland Stark.

Ende April 2026 hat die überparteiliche und überkantonale Gruppe das «Manifest für einen bildungswirksamen Unterricht» veröffentlicht.

Kontakt zur Gruppe «Wendepunkt Bildung»: wendepunkt.bildung@protonmail.com oder philipp.loretz@lvb.ch


Lesen Sie alle Statements zum «Wendepunkt Bildung»

SICHTWEISENSCHWEIZ.CH veröffentlicht die Statements der einzelnen Persönlichkeiten der Gruppe «Wendepunkt Bildung» ungefiltert – authentisch.

Dr. phil. Carl Bossard: Zwischen Schönreden und Schwarzmalen gibt es einen dritten Weg: hinschauen – benennen – handeln

Christine Staehelin: Das Verschwinden der Lehrer – ein Stück in vier Akten

Prof. Dr. Allan Guggenbühl: Psychologische und gesellschaftliche Entwicklungen im Schulkontext.

Philipp Loretz: Sieben Thesen zur Kurskorrektur aus Sicht der Lehrerschaft

Yasmine Bourgeois: Rahmenbedingungen aus Sicht der Schulleitungen

Roland Stark: Entwicklung der Integrationspraxis

Res Schmid: Reflexion als langjähriger Bildungsdirektor



Bildnachweis zvg

Es wurde noch kein Kommentar veröffentlicht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Kontakt