Wendepunkt Bildung: Reflexion als langjähriger Bildungsdirektor

Mit dem «Manifest für einen bildungswirksamen Unterricht» fordert die Gruppe «Wendepunkt Bildung» eine mutige Kurskorrektur – mit wenigen, dafür entscheidenden Kernanliegen:

  • Verantwortung gegenüber den Kindern
  • Stärkung der Lehrpersonen
  • Praxisnahe Ausbildung der Lehrerschaft
  • Weniger ist mehr – hinsichtlich Beziehungen
  • Weniger ist mehr – hinsichtlich Inhalte
  • Führung statt Verwaltung – Schulleitungen entlasten


Die Persönlichkeiten hinter dem Manifest stammen aus der Berufspraxis (Lehrpersonen und Schulleitung), der Bildungs- und Erziehungswissenschaft, der Kinder- und Jugendpsychologie, der Politik – und sie treten überparteilich und überkantonal auf.

Nach jahrzehntelangen Grossreformen zeigt die Gruppe auf, welche gravierenden Schwächen und Fehlentwicklungen sie im bestehenden Schulsystem orten und welche konkreten Veränderungen sie fordern – Bildungspolitiker Res Schmid konzentriert die Handlungsempfehlungen auf fünf Punkte und ein Fazit:


1. Aktuelle Lage: Reformstau und sinkende Leistungen an der Volksschule

— Überforderung der Lehrpersonen und der Lernenden

— Ideologisierung durch die pädagogischen Hochschulen

— Klarer Appell an Politik, Verwaltung und Hochschulen


2. Integratives Schulmodell ist gescheitert

— Heutige Integration muss markant reduziert werden.

— Es braucht temporäre Förder- und Sonderklassen

— Selbstorganisiertes Lernen (nur für starke Lernende, der Rest kommt zu kurz)

— Altersdurchmischtes Lernen wann immer möglich meiden


3. Fokussierung auf Grundkompetenzen

— Forderung: Lesen, Schreiben, Rechnen ins Zentrum (üben, üben, üben…)

— Notwendigkeit klarer Leistungserwartungen und Benotung

— Schreiben nach Gehör ist abzuschaffen


4. Fremdsprachenstrategie neu denken

— Überforderung durch zwei Fremdsprachen auf Primarstufe

— Plädoyer für Priorisierung der Landessprachen

— Integrationsklassen für nicht-deutschsprachige Kinder (A2-Niveau als Schwelle)


5. Lehrpersonen stärken – Fokus Lehrauftrag

— Überlastung und Ideologisierung der Ausbildung

— Pädagogische Hochschulen nach Strategie und Ausbildungsinhalt überprüfen

— Forderung nach praxisnaher Lehrerbildung und Unterstützung — Rolle von Schulleitungen zur Entlastung und Stützung der Lehrpersonen


6. Fazit

— Klarer Appell an Politik, Verwaltung und Hochschulen

— Selbstkritische Standortbestimmung / Stopp der ewigen «Schulentwicklung»

— Forderung nach mutiger Kurskorrektur


Kurzporträt Res Schmid
Res Schmid amtet seit 2010 als Bildungsdirektor des Kantons Nidwalden und ist damit der amtsälteste bzw. -erfahrenste Bildungsdirektor in der Schweiz. Ihn kennt man für seine eigenständig-kritischen Äusserungen zu fragwürdigen Bildungsentwicklungen. Er ist für die SVP ein wichtiger Vordenker in Sachen Schule und Bildung. Vor seinem Engagement als Bildungsdirektor war Res Testpilot der Schweizer Armee war, zuletzt Cheftestpilot im Rang eines Oberst a. D.


Gruppe «Wendepunkt Bildung»

In der Gruppe «Wendepunkt Bildung» engagieren sich Dr. phil. Carl Bossard, Yasmine Bourgeois, Prof. Dr. phil. Allan Guggenbühl, Dr. phil. Beat Kissling, Philipp Loretz, Res Schmid, Christine Staehelin M.A. und Roland Stark.

Ende April 2026 hat die überparteiliche und überkantonale Gruppe das «Manifest für einen bildungswirksamen Unterricht» veröffentlicht.

Kontakt zur Gruppe «Wendepunkt Bildung»: wendepunkt.bildung@protonmail.com oder philipp.loretz@lvb.ch


Lesen Sie alle Statements zum «Wendepunkt Bildung»

SICHTWEISENSCHWEIZ.CH veröffentlicht die Statements der einzelnen Persönlichkeiten der Gruppe «Wendepunkt Bildung» ungefiltert – authentisch.

Dr. phil. Carl Bossard: Zwischen Schönreden und Schwarzmalen gibt es einen dritten Weg: hinschauen – benennen – handeln

Christine Staehelin: Das Verschwinden der Lehrer – ein Stück in vier Akten

Prof. Dr. Allan Guggenbühl: Psychologische und gesellschaftliche Entwicklungen im Schulkontext.

Philipp Loretz: Sieben Thesen zur Kurskorrektur aus Sicht der Lehrerschaft

Yasmine Bourgeois: Rahmenbedingungen aus Sicht der Schulleitungen

Roland Stark: Entwicklung der Integrationspraxis

Res Schmid: Reflexion als langjähriger Bildungsdirektor



Bildnachweis zvg

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