Für eine erfolgreiche Schweiz: Ja zur Initiative «Keine 10 Millionen Schweiz»

Ich gehöre zu einer Generation, die die Folgen der heutigen Politik noch voll tragen wird. Wir Jungen sehen, wie sich unser Land verändert und zwar schneller, als viele wahrhaben wollen. Die Schweiz ist kein unendlicher Raum. Sie ist klein, begrenzt und verletzlich. Genau deshalb unterstütze ich die Nachhaltigkeitsinitiative «Keine zehn Millionen Schweiz».

Ein Blick auf die Fakten zeigt klar, wohin die Entwicklung führt. Zwischen 1997 und 2018 ist die Siedlungsfläche in der Schweiz um 16 % gewachsen von 2’819 auf 3’271 Quadratkilometer. Gleichzeitig nahm die Bevölkerung um 18 % zu. Das bedeutet: Immer mehr Land wird verbaut, und zwar in einem Ausmass, das unsere Landschaft nachhaltig verändert.

Besonders alarmierend ist, wo dieses Wachstum stattfindet. Rund 90 % der neuen Siedlungsflächen entstehen auf ehemaligem Landwirtschaftsland. Das ist nicht irgendeine Fläche. Das ist die Grundlage unserer Ernährung und unserer Versorgungssicherheit.

Gleichzeitig ist die landwirtschaftliche Nutzfläche pro Einwohner seit 2000 um fast einen Viertel zurückgegangen. Wir haben also immer weniger produktiven Boden pro Kopf – während die Bevölkerung weiterwächst.

«Die Initiative «Keine 10 Millionen Schweiz» fordert keine Abschottung, sondern eine nachhaltige Steuerung.»

Stephanie Gartenmann, SVP-Grossrätin Kanton Bern

Auch die Qualität des Bodens leidet. Bereits 63 % der Siedlungsfläche sind versiegelt, also mit Beton oder Asphalt bedeckt. Dieser Boden verliert seine natürlichen Funktionen: Er kann kein Wasser mehr speichern, keine Schadstoffe mehr abbauen und trägt nicht mehr zur Biodiversität bei.

Diese Entwicklung hängt direkt mit dem starken Bevölkerungswachstum zusammen. Jedes Jahr wandern rund 100’000 Menschen in die Schweiz ein. Das ist eine enorme Zahl für ein so kleines Land. Dieses Wachstum erzeugt zusätzlichen Druck auf Wohnraum, Infrastruktur und Landschaft.

Wir sagen klar: Diese masslose Zuwanderung muss gestoppt werden.

Die Initiative «Keine 10 Millionen Schweiz» setzt genau hier an. Sie fordert keine Abschottung, sondern eine nachhaltige Steuerung. Auch bei einer Annahme der Initiative wird weiterhin Zuwanderung möglich sein nämlich in einem Rahmen von rund 40’000 Personen pro Jahr. Das ist ein Mass, das unsere Schweiz verkraften kann.

Die zentrale Frage ist deshalb: Wie viel Wachstum verträgt die Schweiz überhaupt noch?

Natürlich gibt es weitere Ursachen für die Zersiedelung, etwa in der Raumplanung oder im steigenden Flächenverbrauch pro Person. Doch die Zahlen zeigen klar: Der Druck auf unsere Fläche wächst direkt mit der Bevölkerung. Wenn wir diesen Zusammenhang ignorieren, bekämpfen wir nur Symptome und nicht die Ursache.

Als junge Politikerin ist für mich klar: Nachhaltigkeit bedeutet, innerhalb der natürlichen Grenzen zu leben. Und diese Grenzen sind in der Schweiz längst erreicht.

Die Annahme der Initiative ist deshalb kein radikaler Schritt, sondern ein notwendiger. Sie schützt unsere Landschaft, sichert unsere landwirtschaftlichen Flächen und bewahrt die Lebensqualität für kommende Generationen.

Wir müssen uns entscheiden: Wollen wir weiterhin zusehen, wie unsere Heimat Stück für Stück verbaut wird oder übernehmen wir Verantwortung?

Für mich ist die Antwort klar. Ja am 14. Juni 2026 zur Nachhaltigkeitsinitiative «Keine 10 Millionen Schweiz».



Kurzporträt Stephanie Gartenmann
Stephanie Gartenmann ist SVP-Grossrätin des Kantons Bern und schliesst im Juni 2026 ihren Master of Law an der Universität Bern ab. Sie ist Mitglied des Initiativkomitees der Nachhaltigkeitsinitiative «Keine 10 Millionen Schweiz».


Lesehinweis «Die junge Generation»

Leona Eckert, Co-Präsidentin Junge EVP Schweiz: Für eine erfolgreiche Schweiz: Nein zur Initiative «Keine 10 Millionen Schweiz»



Bildnachweis: zvg

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