In zwei aufeinanderfolgenden Ausgaben von «Weltwoche Daily» zitierte Publizist Roger Köppel den SVP-Präsidenten Marcel Dettling mit einer steilen These: Die Schweiz leide unter einer grassierenden «Schweizmüdigkeit». Auf die Frage, wen er damit genau meine, liess Dettling ausrichten: Alle Parteien ausser die SVP seien schweizmüde. Gemessen werde dies an der Haltung zur direkten Demokratie, zum Föderalismus und zur Neutralität.
So scharfzüngig und treffend diese Analyse für weite Teile der Schweizer Parteienlandschaft sein mag – sie krankt an einem erheblichen blinden Fleck. So eloquent Herr Köppel als Publizist und Herr Dettling als Politiker agieren: Hier verharren beide in einer parteipolitischen Monopolstellung und blenden eine treue Kraft im bürgerlichen Lager komplett aus: die Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU).
Alleinstellungsmerkmal der SVP? Mitnichten.
Wer behauptet, das Einstehen für die staatspolitischen Pfeiler der Eidgenossenschaft sei ein reines SVP-Alleinstellungsmerkmal, vergisst den verlässlichen Partner, mit dem die SVP im Bundesparlament nicht ohne Grund eine Fraktionsgemeinschaft bildet. Ein Blick auf die Kernwerte der EDU zeigt, dass von «Schweizmüdigkeit» bei uns keine Spur zu finden ist. Im Gegenteil:
- Direkte Demokratie ohne Wenn und Aber: Für die EDU ist das Stimmvolk, natürlich neben Gott, die oberste Instanz – die politische Steuerung hat strikt von unten nach oben zu erfolgen. Während andere Parteien mit supranationalen Institutionen liebäugeln, bekämpft die EDU institutionelle Abkommen mit der EU, die Übernahme von EU-Recht sowie die schleichende Untergrabung unserer Souveränität durch internationale Organisationen wie die WHO vehement.
- Gelebter Föderalismus: Das Prinzip der Subsidiarität tragen wir schon im französisch-romanischen Parteinamen (Union Démocratique Fédérale). Die EDU wehrt sich konsequent gegen den ausufernden Zentralismus in Bern, der den Kantonen und Gemeinden immer mehr Kompetenzen in der Steuer-, Bildungs- und Gesellschaftspolitik entreissen will.
- Strikte und immerwährende Neutralität: Wenn es um den Schutz der Schweizer Neutralität geht, steht die EDU-Basis wie eine Eins. Wir haben die Neutralitätsinitiative geschlossen unterstützt. Wir kritisieren die einseitige Übernahme von Wirtschaftssanktionen und lehnen jede Annäherung an die NATO oder andere militärische Bündnisse kategorisch ab.
«Journalistische Redlichkeit und politische Fairness
Daniel Frischknecht, Präsident EDU Schweiz
sollten nicht dort enden,
wo das eigene Parteibuch aufhört.»
Es ist verständlich, dass die Grossheitsansprüche im Wahl- und Politalltag dazu verleiten, den politischen Raum maximal für sich zu beanspruchen. Doch journalistische Redlichkeit und politische Fairness sollten dort nicht enden, wo das eigene Parteibuch aufhört.
Lieber Marcel Dettling, lieber Roger Köppel: Wer für die Freiheit, Unabhängigkeit und die bewährten Säulen der Schweiz kämpft, steht nicht allein auf weiter Flur.
Die EDU, auch wenn sie nicht mit der Grösse der SVP mithalten kann, ist nicht schweizmüde – sie ist hellwach. Es wird Zeit, den Blick zu weiten und anzuerkennen, dass konsequente Heimatverbundenheit in der Schweiz keine Einmannshow der SVP ist.
Kurzporträt Daniel Frischknecht

Die EDU

Anteil bei den eidgenössischen Wahlen 2023: 1,2 Prozent. Mandatsträger: 2 Nationalräte (Andreas
Gafner, BE, und Erich Vontobel, ZH), 23 Parlamentsmitglieder in 7 Kantonen (AG, BE, FR, SG, SH, TG, ZH).
Mehr: www.edu.ch
«Weltwoche Daily»

Redaktioneller Hinweis 29. Oktober 2026: Roger Köppel teilt mit, dass er seine Aussagen im «Daily» vergangener Tage getätigt, diese inzwischen korrigiert hat. Dazu präzisiert das SVP-Generalsekretariat, dass Marcel Dettling von den «Heimatmüden» in der SP, der Mitte und in der FDP gesprochen habe.
Bildnachweis: Titelbild zVg, Wikipedia. Porträtbild zVg.
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